Samstag, 11. Februar 2012

Second Speech- And- Prize-Giving Day 2011

(Text: Prof. Dr. Bea Lundt )

„Nana, guck mal: das hab‘ ich gemacht!“ Strahlend zeigt ein Kind seiner Großmutter einen handgeschriebenen und liebevoll farbig illustrierten Text, der auf einer Stellwand aus Holz befestigt ist. Die alte Frau hat Nachbarn und Bekannte mitgebracht, und alle umringen jetzt bewundernd das Werk des Jungen: „Hier auf dem Foto, da ist unser Kofi drauf, wie er in der Schule sitzt. Und was für eine tolle Geschichte hat er geschrieben.“

Stolz und Freude der Kinder und ihrer Angehoerigen und Freunde ueber die in der Schule erarbeiteten Ergebnisse sind grenzenlos. Kein Wunder! Denn zusammen mit sechs deutschen Lehramts-Studierenden der Universität Flensburg haben die Schülerinnen und Schüler über eine Phase von sechs Wochen etwas erarbeitet, das nun für alle Bewohner der kleinen Stadt Wurupong öffentlich präsentiert  wird: Dokumente des Arbeitsprozesses und die Ergebnisse  der Unterrichtsreihen: selbstgeschriebene Erzählungen und andere Texte, farbige gemalte Werke und auch Fotos der Produzenten.

Durch die Anwesenheit der traditionellen dörflichen Autoritäten erhält der Tag eine besondere Würde:  Nana Asiakwa II, der Omanhene des Nkonya Traditional Area, kommt  mit seinem gesamten Gefolge und erklärt seine Zufriedenheit mit dem Projekt, das er von Anfang an unterstützte.

Der Speech-and-Prize-giving-Day , an dem sich so viele Menschen in dem Community Center Wurupongs versammeln, stellt daher einen Höhepunkt und den krönenden Abschluß für das Schulpraktikum der Studierenden aus Flensburg/Deutschland dar.

Dieses Foto zeigt die Preisverleihung beim Speech-and-Prize-giving-Day 2011 in Wurupong.
Zu sehen auf diesem Foto sind Prof. Dr. Bea Lundt, Dr. Kwadjoe Fordjor sowie Studierende
der Universität Flensburg


Diese Zeit war nicht immer einfach fuer alle Beteiligten. Die kulturellen Unterschiede und die fremde Sprache erschwerten die Kommunikation;  unvertraut für beide Seiten waren zunächst Arbeitsweise und Zielperspektiven. Man musste sich erst zusammenraufen.  Es waren Ingrid und Kwadjoe Fordjor, die uns in die für uns zunächst fremde Welt von Wurupong  einfuehrten und unsere Schritte dort seit drei Jahren begleiteten. Ohne sie hätte sich uns das bunte Leben in dieser kleinen afrikanischen Stadt nicht erschlossen. Sie sind uns Dolmetscher, Betreuer, Begleiter, Berater, Tröster in Krisen - einfach alles. So stiegen wir in Ingrids Projekt ein, das dazu dient, das schulische Lernen in Wurupong  zu fördern.  Ziel ist es, die Bedeutung und den Wert von Schule und Lernen für die städtische Gemeinschaft  bewusster zu machen, die Motivation zum Lernen zu foerdern und realistische Wege aufzuzeigen, Schullaufbahnen erfolgreich abzuschliessen sowie  Schritte in eine berufliche Zukunft zu unternehmen.  
Auf diesem Foto (v.l.): Stefan Meßfeldt, Jule Griese, Carolin Szibor, Amelie Petersen, Ilona Westphal, Hanna Beyer
sowie Prof. Dr. Bea Lundt in Wurupong 2011.
Seit 2009 komme ich jedes Jahr mit sechs Lehramtsstudierenden nach Wurupong. Am 20. Oktober 2011 durfte ich den speech-and-prize-giving-day  zum dritten Mal erleben. Die Erfahrungen und der Fortschritt von Ingrids Projekt führten schrittweise zu einer Erweiterung des Programmes.

Stefan Meßfeldt und Carolin Szibor bei
der Preisverleihung in Wurupong
2011
Immer mehr Gruppen sind aktiv beteiligt: neben der Präsentation der Arbeitsergebnisse aus dem Unterricht der Praktikanten und Praktikantinnen aus Deutschland  ging es nun schon zum zweiten Mal um die Übergabe von Preisen an besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer.  Die jeweils besten im Rechnen und Lesen/Schreiben in den Klassen P1 bis P6 der Primarschule und die Klassenbesten in Mathematik, English, Naturwissenschaftlichem Integrationsfach und Sozialkunde in der junior High School 1 bis 3  werden auf das Podium gerufen, wo sie eine Urkunde  und ein Geschenk, in der Regel ein Sachbuch, erhalten. Sie erfahren dabei den Wert ihrer Arbeit : Die Muehe des Lernens hat sich gelohnt!

Ilona Westphal übergibt einem ihrer
Schüler einen Preis (2011)
Jule Griese, ebenfalls bei der Preisübergabe
an einen ihrer Schüler (2011)
                             
Auch für die  Lehrer und Lehrerinnen Wurupongs wird ein Anreiz geschaffen, sich anzustrengen, denn es werden  auch  Lehrpersonen ausgezeichnet, deren Vorbild für die anderen Lehrer eine Orientierungsfunktion erfüllen kann. So gewinnen wir auch fähige Mentoren und Mentorinnen, die uns bei unseren Unterrichtsversuchen beraten.  
Auf diesem Foto: der Paramounchief von Wurupong bei der Preisübergabe an die beste Lehrerin
des Jahres 2011

Zum ersten Mal waren nun 2011 auch die Kleinsten mit dabei: Anders als in Deutschland gehört  in Ghana der Besuch der  zwei Kindergartenklassen seit einem Jahr zur Schulpflicht. Um das Bewusstsein  zu stärken, dass „Education“ eine Aufgabe der sozialen Gemeinschaft ist, die bei den Kleinsten anfängt, hatte  Ingrid auch die Kindergartenkinder und ihre Betreuerinnen eingeladen. Die Kinder zogen durch das Community Center und sangen Lieder.

 Oft genug ist Schule ein Ort, der mit Unlustgefühlen verbunden ist - und das nicht nur in Wurupong: Kritik und Strafen wegen schlechter Leistungen und unruhigen Verhaltens erzeugen das Gefühl der Sinn- und Hoffnungslosigkeit und des Scheiterns. Diese Mentalität lähmt wiederum die Lernbereitschaft. Auch die Lehrpersonen mit ihren unerfüllten Ansprüchen sind ständig frustriert und lassen ihren Ärger an den Kindern aus. Die Unzufriedenheit überträgt sich auf die ganze Gemeinschaft, die nicht recht weiss, wozu Schulen eigentlich nützlich sind, wenn sie so viel Ärger produzieren: ein Teufelskreis. Wir wollen ihn durchbrechen!  Ein gemeinsam gestalteter Tag, an dem die ganze Community die schönen Produkte der schulischen Aktivitäten erleben darf und sie  zusammen feiert, kann als positive Erinnerung weiterwirken. Die Wände der Schulen werden durchlässig, die Arbeit dort für die Gemeinschaft  sichtbar und nachvollziehbar. Man lernt sich kennen und schätzen. Als feste Einrichtung soll der speech-and-prize-giving Day im kollektiven Gedächtnis seinen Platz haben. Wenn man weiss, dass man etwas bekommt, dann gibt man auch gerne selber etwas: persönlicher Einsatz verbindet alle Personen, die sich damit auf den nächsten Festtag vorbereiten.    
Zu sehen auf diesem Bild ist Amelie Petersen zusammen mit ihrer Schulklasse in Wurupong 2011

In den traditionsreichen und grossen  Schulen des Landes sind solche Events  gang und gäbe. Grosszügige private Zuwendungen ermöglichten seine Etablierung  in  Wurupong  seit 2009. Allen Spendern und Spenderinnen auch von uns Flensburgern einen allerherzlichsten Dank! Denn dieser Tag stellt auch für uns einen Rahmen dar, in dem sich unsere  Aktivitäten für uns sichtbar einordnen. Wir sind ein Teil der afrikanischen Stadt geworden! Ich denke, alle an diesem Tag Beteiligten, sowohl die Prämiierten als auch die vielen anderen, gingen glücklich und beschwingt mit dem Gefühl nach Hause, eine wichtige Person im Rahmen eines Ganzen zu sein, das sinnvolle Ziele engagiert umsetzt.    
 

Sonntag, 8. Januar 2012

Unser erstes eigenes Buch, Projekt an der D.A. Junior High School Wurupong

„Unser erstes eigenes Buch“

District Authority School JHS2
Carolin Szibor

Auf diesem Foto: Carrolin Szibor mit ihrer Schulklasse in
Wurupong 2011





Meine fächerübergreifende und projektorientierte Unterrichtseinheit „Unser erstes eigenes Buch“ habe ich über 6 Wochen in der JHS2 der District Authority School durchgeführt.




Das Projekt bestand aus 5 unterschiedlichen Teilbereichen, die abwechselnd im Unterricht durchgeführt wurden.
  1. Examples- Other stories
  2. Grammar
  3. Brainstorming
  4. Drawing
  5. Creative Writing
Teilbereich1 diente als Hinführung zum Thema, d.h. als eine Auseinandersetzung mit bereits bestehender Kinderliteratur. Hier habe ich Bücher aus Europa sowie Afrika gezeigt, um auch bei den SchülerInnen im literarischen Kontext ein interkulturelles Bewusstsein zu schaffen: Wie unterscheiden sich die Bücher der verschiedenen Länder? Welche Aspekte finde ich bei Büchern spannend?
Die Schulklasse von Carolin Szibor im Unterricht 2011
In diesem Teilbereich habe ich die SchülerInnen selbständig arbeiten lassen, d.h. ich habe die Bücher bereitgestellt und sie selbst auswählen lassen, welche Bücher sie wie lange anschauen wollen. Durch ein individuelles Interesse der Kinder an den Büchern und die dadurch vorhandene intrinsische Motivation wurde die Lust auf das eigene Erstellen eines Buches geweckt. Außerdem ist die Selbständigkeit für kreatives Arbeiten wichtig. Also werden Selbstkompetenzen wie eigenständiges Arbeiten und Selbstvertauen der einzelnen Kinder gefördert.
Der Grammatikteil ist primär für das Erfüllen des ghanaischen Lehrplans wichtig. Die englischen Zeitformen wollte ich möglichst interessant im Klassenraum veranschaulichen. Wir haben im ersten Teil hauptsächlich Simple Present, Simple Past und Future-Tense und im zweiten Teil Present Perfect, Past Perfect und Past Perfect Continous zusammen erarbeitet . Beispiele, die ihren persönlichen Alltag betreffen halfen beim Verständnis ( Beispiel: Richard often eats fufu.). Durch das gemeinsame Erstellen einer großen “Tense-timeline“ ( Zeitstrahl, in dem alle Zeitformen eingetragen werden) auf einer großen Holzplatte, ein True or False Rätsel, ein Flash Card Memory oder ein Running Game ( angelehnt an das Prinzip von 1,2 oder 3) wurde das erlernte Grammatikwissen gefestigt. Hier habe ich die Klasse meist in Partner- oder Gruppenarbeit aufgeteilt, um auch die Sozialkompetenzen wie Toleranz und Hilfsbereitschaft zu
fördern.

Schüler von Carolin Szibor in
Wurupong 2011
In der Brainstorming-Phase war die Eigenständigkeit und Fantasie der Kinder gefragt. Die SchülerInnen zeigten hier noch viel Unsicherheit, brauchten Denkanstöße und Lenkung, um an das eigenständige und kreative Arbeiten herangeführt zu werden. Hier ging es um die Fragen: Worüber soll unser Buch handeln? Wie sind die Hauptfiguren unserer Geschichte? Wann und wo spielt die Geschichte?
Für die Erarbeitung der Hauptfiguren haben die Kinder gemeinsam ihre Körperumrisse auf einem großen Tapetenstück abgezeichnet und darin Eigenschaften zur fiktiven Person der Geschichte gesammelt. Den Kindern fiel es sichtlich schwer, frei zu arbeiten und sich von der Realität zu lösen. Beispielhaft dafür war die Namensgebung der Charaktere der Geschichte: Im ersten Durchgang fielen den Kindern nur Namen von Mitschülern für die Charaktere ein. Um ihnen aber Fanatasie und Fiktion näher zu bringen half dann der Teilbereich “Drawing“.





Durch kleine freie Zeichenaufgaben wurde die Arbeit gelockert und die Ideen der Kinder immer fantasievoller, bis dann auch letztendlich fiktive Namen wie “Ice Boy“ für die Charaktere entstanden. Vor allem bei den Zeichenaufgaben hatten die leistungsschwächeren ebenso wie die -stärkeren SchülerInnen großes Vergnügen. Sie sollten unter anderem ihren Gegenüber porträtieren, abstrakt/frei zeichnen und das perspektivische Zeichnen in der freien Natur erlernen. Dieser Teilbereich war also zum einen Grundlage für dieIdeensammlung zum Buch und beinhaltete zum anderen das spätere illustrieren der eigenen Geschichte. Außgehend von der Hypothese, dass Kindern durch Bildsprache das kreative Schreiben einfacher zugänglich ist, sollten die SchülerInnen erst ein Bild für die Geschichte malen und darauf aufbauend einen Text zum Bild verfassen.


Die Ergebnisse der Schüler und Schülerinnen
 von Carolin Szibor (2011), zusammengefasst
in einem "Story-book"

Das Ergebnis ist das Buch “The Story Of The Big Three“, ein 45-seitiges Buch von 16 Schülern der JHS2. Auf das Endprodukt bin ich sowie die Klasse sehr stolz, denn es zeigt die kreativen Ideen der Kinder genauso wie deren sprachliche Leistung im Fach Englisch.  





 





Freitag, 30. Dezember 2011

Kindergartenworkshop/ Lehrerfortbildung II

Workshop zur Herstellung von Unterrichtsmaterial  fuer Kindergaerten

Kindergaerten sind seit  2010 Teil der  elfklassigen Pflichtschule , ‘Basic School’ , die Kindergarten 1+2, Primary School  P1-P6, und Junior High School, JHS 1-3 umfasst.
 
RC  Kindergarten Wurupong. Hier fand der Workshop statt.

Ein wichtiger Grund fuer diese Einbeziehung des Kindergartens in das Pflichtschulsystem  ist die Zahl der Schuelerinnen und Schueler, die bis zum Abschluss ihrer Primarschulzeit  die Lese-und Schreibfertigkeit  nicht erworben haben.   Das 2010 eingefuehrte neue Curriculum, ‘National Literacy Acceleration Program’ (NALAP, siehe dazu auch zwei Blogs vom Nov. 2010 )  setzt daher folgerichtig   bereits im Kindergarten an und  entwickelt  Materialien, die von  der ersten Kindergartenklasse an  bis  Primary 3 den Leselernprozess  erleichtern und unterstuetzen sollen.   
So weit  die  verdienstvolle Initiative  des ghanaischen Erziehungsministeriums.  Die Situation in vielen laendlichen Kindergaerten  Ghanas ist aber noch um einiges problematischer.  
Presbyterian Kindergarten Wurupong
  
An den  5 Kindergaerten Wurupongs (Katholisch (RC), Presbyterianisch,  District Authority, Evangelical Presbyterian (E.P.) und ein privater Kindergarten ) lassen sich verschiedene Stadien der schwierigen Lage ablesen.  

District Authority Kindergarten Wurupong










Zum Teil fehlt es bereits an geeigneten Raeumlichkeiten, Sitzgelegenheiten  oder Arbeits-Spiel-Tischen, wie hier im Presyterian Kindergarten. 

 
Aber auch dann, wenn die raeumliche Unterbringung akzeptabel ist, wie z.B. im RC  Kindergarten, finden sich die Kinder doch in Raeumen mit leeren Waenden vor leeren Tischen .
Wenn man davon ausgeht, dass eine anregungsreiche Umgebung fuer das Lernen der Kindergartenkinder  ganz wesentlich ist, dann  gehoert  die Beschaffung von Lern-und Spielmaterialien zu den vordringlichsten Aufgaben fuer jeden, der  schulisches Lernen in laendlicher Umgebung unterstuetzen moechte.
Man kann solche Materialien kaufen und/oder importieren, sofern genug Geld zur Verfuegung steht. Die Kindergartenlehrkraefte koennen  aber auch  lernen, sie selber herzustellen . 

Dies war das Ziel eines einwoechigen Kindergartenworkshops in Wurupong, organisiert vom ‘Schulprojekt Wurupong/ Nkonyaman Foundation’, vom  3. bis 7. Oktober 2011. Durchgefuehrt wurde der Workshop  vom 'National Nursery Teachers’ Training Centre', Accra, deren Leiterin, Mrs Evelyn Quartey-Papafio  und Stellvertreterin, Charity Wiredu, zu diesem Zweck fuer eine Woche von Accra nach Wurupong kamen. 

Die Lehrkraefte eines jeden Kindergartens bildeten eine Gruppe und stellten gemeinsam die Materialien her, die fuer ihren Kindergarten bestimmt waren. Es wurde geschnitten, geklebt, bemalt.
                     
 
 
 
Das Konzept des 'National Nursery Teachers’ Training Centre', dass Lehrkraefte  in Kindergaerten lernen sollten,  ihre eigenen Matrialien zu erstellen, hat nicht nur finanzielle Gruende, wobei schon allein dieses Argument fuer die chronisch unterfinanzierten Kindergaerten von grosser Bedeutung ist.
Wer etwas hergestellt hat, kann es bei Bedarf vervielfaeltigen, ergaenzen/ veraendern oder erneuern/ ersetzen.
Ein weiteres grundlegendes Prinzip ist die Verwendung  von Abfallmaterialien wie gebrauchten Kartons, alten Kalendern, gebrauchten Dosen und Plastikflaschen.  



Die paedagogisch sinnvolle Verwendung dieses Muell-Fundus, wird durch ein weiteres Grundprinzip ergaenzt, das den Kindergartenlehrkraeften nahegebracht wurde: Alles aus der Umgebung der Kinder und des Kindergartens kann als paedagogisches Matrial genutzt werden. Steine aus dem Hof, Blaetter von den Baeumen, Ernteabfaelle von zu Hause wie Cassavastoecke, oder der harte Kern von Palmnuessen.


Die Herstellung von Materialien war demnach nur ein Teil des Workshopgeschehens.  Letztendlich ging es um  Methodik und Didaktik.
Wie lernen Kinder im Kindergartenalter ? 
Welche  Unterstuetzung bauchen sie?
Was hilft oder schadet ihnen?
Wie fuehrt man Zahlen ein?
Wie kann der Leselernprozess angestossen und unterstuetzt werden?




 Der Workshop endete mit einer Ausstellung der Materialien, die in dieser Woche hergestellt wurden. Jeder Kindergarten hatte fuer sich ein Set dieser Materialien erarbeitet. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhielt ein Zertifikat, 



Das Abschlussfoto am Ende des Kindergartenworkshops zeigt ungewoehnlich viele junge Maenner.


Wir hatten mit maximal 20 Teilnehmern gerechnet. Am Eroeffnungstag waren es 10 Teilnehmer mehr, davon 5 junge Maenner. Sie waren dem Presbyterian Kindergarten vom Jasikan College of Education als Praktikanten des Studiengangs 'Early Childhood Education' zugeteilt worden. Das College schreibt fuer diesen Studiengang immer haeufiger auch junge Maenner ein.  Der Herr im Vordergrund in der Mitte ist der Distriktsbeauftrage fuer Lehrerfortbildung.  

Liebe  Blogleser, 
dieser erfolgreiche aber leider nicht ganz billige Kindergarten-Workshop   war die letzte Grossaktion des  Wurupong Schulprojekts  des Jahres 2011 und hat die Geldbestaende des Schulprojekts Wurupong/ Nkonyaman Foundation restlos erschoepft.  Wer uns fuer die Projekte des kommenden Jahres 2012  eine Spende zukommen lassen moechte,  kann dies auf zweierlei  Weise tun:

1.   1. Als direkte (Auslands)- Ueberweisung  an das Konto der Nkonyaman Foundation  in Accra/Ghana
Bankverbindung:  Standard Chartered Bank Ghana Ltd., Madina Branch
Account Name:  Nkonyaman Foundation for Educational Development
Account number: 01001-450259-00
Swift Code:  SCBLGHAC
Adresse: Madina Road, Madina-Accra, Ghana

2.   2. Wem der Aufwand einer Auslandsueberweisung zu gross ist : Ueber  das folgende deutsche Konto. Wichtig:  Verwendungszweck  “ Schulprojekt Wurupong”
Volksbank Lahr
BLZ 682 900 00, Kontonummer  600 40 800
Kontoinhaber: Ingrid Lipka-Fordjor
Es gibt Plaene, im Laufe des Jahres 2012 einen Verein in Deutschland zu gruenden,  der  dann auch Spendenbescheinigungen ausstellen kann.  Alle Sponsoren des Jahres 2012 werden  ueber die erfolgte Vereinsgruendung und die moegliche Spendenbescheinigung informiert werden.

Zum Schluss ein Raetsel:


 


 

In Deutschland werkeln Kinder mit Kartoffeldruck. Was haben die Teilnehmer des Kindergartenworkshops in Wurupong benutzt, um, in Anlehnung an die Kartoffeldrucktechnik, dieses huebsche Muster herzustellen?
(a) Eine durchgeschnittene Bananenstaude?
(b) Die Bluete des Ananasbaumes?
(c) Einen duchgeschnittenen Manioktrieb
Aufloesung kommt im naechsten Blog.









Donnerstag, 29. Dezember 2011

The Trip to Panama - Unterrichtsprojekt an der Presbyterian Primary School


Praktikantin: Hanna Schmidt
Klassen: 5 und 6
Fach: Englisch

   Ich hatte das große Glück, eine sehr kleine Lerngruppe von nur acht SchülerInnen der Klassen fünf und sechs zu haben. Dies ermöglichte es mir, alle Kinder persönlich kennen zu lernen, intensiv mit ihnen zu arbeiten und sogar jedes Kind bei sich zu Hause zu besuchen.




Ich unterrichtete täglich ab der ersten Stunde. Wie lange ich unterrichtete, variierte stark. Mein Mentor ließ mir dabei viel Freiheit, was ich sehr genoss. Normalerweise war ich von acht Uhr bis um halb zwölf in der Schule.
 
In meinem Unterrichtsprojekt arbeitete ich mit einer Übersetzung und gekürzten Version der Geschichte Oh wie schön ist Panama von Janosch.

 Ziel war es in erster Linie, sowohl das Leseverstehen der SchülerInnen zu fördern, als auch die Freude am kreativen Umgang mit Texten zu wecken. Dafür wollte ich die Geschichte mit den Kindern nicht nur lesen und anhand von mündlichen und schriftlichen Fragestellungen ergründen, sondern auch als Theaterstück mit passenden Requisiten auf die Bühne bringen.

Zunächst standen das gegenseitige Kennen lernen sowie die Einführung der beiden Hauptcharaktere der Geschichte, Little Bear und Little Tiger, auf dem Programm.
Als nächstes las ich die Geschichte abschnittsweise vor. Um das inhaltliche Verstehen der SchülerInnen zu unterstützen, zeigte ich bunte Bilder (eingescannt und laminiert) und nutzte zusätzlich Mimik und Gestik.

 Zur Überprüfung des Textverständnisses arbeitete ich zunächst mit True/False-Statements, die ich an die Tafel schrieb. In Form eines Spiels mussten die SchülerInnen entscheiden, ob eine Aussage wahr oder falsch war und sich entsprechend links oder rechts neben die Tafel stellen. Des Weiteren ließ ich die SchülerInnen in den folgenden Stunden mit Hilfe von eingrenzenden Fragen jeweils mündlich zusammentragen, was bisher in der Geschichte passiert war.


Im zweiten Teil meines Projekts bekam jedes Kind eine eigene Textausgabe mit Bildern (zum Ausmalen) in Form eines kleinen Heftchens (DinA5 Format). Zum ersten gemeinsamen Lesen der Geschichte gingen wir nach draußen. Schnell stellte sich dabei heraus, dass die Hälfte der SchülerInnen nicht lesen konnte. Differenzierung war gefragt.
Während die vier lesefähigen SchülerInnen schriftliche Aufgaben, die ich an die Tafel schrieb, bearbeiteten, startete ich draußen unter einem Baum ein Lesetraining für die anderen vier Schüler. Immer zwei Kinder gleichzeitig sollten abwechselnd einfache Wörter wie cat, mat, cap, map, can, man, die ich untereinander auf bunte Zettel geschrieben hatte, vorlesen. Das kostete die Kinder und mich sehr viel Geduld.

Im dritten und letzten Teil meines Projektes kamen wieder alle SchülerInnen zusammen. Die leseschwachen SchülerInnen erhielten einfache Sprechrollen und die lesestarken Schüler die Rollen mit längeren Texten. Beim Erstellen der Requisiten machten sich einige der leseschwachen Schüler als hervorragende Zeichner und Floßbauer bemerkbar.


Am 19. Oktober führten wir das Theaterstück vor der gesamten Schule auf. Die Veranda der JHS diente uns dabei als Bühne. Auch die Fordjors, Bea Lundt und die deutschen Studenten kamen zum Zuschauen. Amelie brachte sogar ihre Schulklasse mit.




Schließlich möchte ich an dieser Stelle sagen, dass ich sehr dankbar bin für die Erfahrungen, die ich in meinem Master-Schulpraktikum in Wurupong machen durfte. Förderlich war nicht nur das kooperative und unkomplizierte Verhältnis zum Schulleiter und zu meinem Mentor, sondern auch der Austausch mit den anderen fünf flensburger Lehramtsstudenten sowie mit den Fordjors.



Praesentationstafel des Projekts im Wurupong Community Centre 



Weil ich eine so kleine Lerngruppe hatte und täglich Zeit mit den Kindern verbrachte, konnte ich gute Beziehungen zu ihnen aufbauen. Zuletzt fühlte mich innerlich so stark mit ihnen verbunden, dass der Abschied mir wirklich schwer fiel.

Sonntag, 25. Dezember 2011

„Mapping our environment“ - Projekt an der Presbyterian JHS

(Jule Griese - Wurupong Presbyterian Junior High School, Form 2)

Ich habe mein Praktikum in der Presbyterian Junior High School 2 im Fach Social Studies absolviert.
Das Thema meines Projekts war „Mapping our environment“ mit dem Ziel gemeinsam mit den Schüler/innen eine Karte vom Schulgelände zu erstellen.
Mir war besonders wichtig, dass es ein Thema ist, das auch im Syllabus (Lehrplan der Klassenstufe) vorkommt und Aktivitaeten ausserhalb des Klassenraums zulasst.
In meiner Klasse waren am Ende ca. 45 Schüler im Alter von 13-20 Jahren. Es kamen nach und nach immer mehr Schüler in die Klasse, da das Schuljahr gerade begonnen hatte  und der neue Schulleiter  die Klassen anhand von zusaetzlichen Versetzungspruefungen neu  aufteilte. Der Leistungsstand der Schüler war sehr unterschiedlich, was für den Unterricht natürlich eine große Herausforderung darstellte.
Zu Beginn des Projekts habe ich den Schüler/innen den Weg von Deutschland nach Ghana auf der Landkarte gezeigt, sodass wir gleich einen Einstieg ins Thema hatten. Weiter ging es dann mit den Himmelsrichtungen, die anhand des Sonnenstandes und eines Spiels erklaert wurden. Wenn man sich mit ausgestreckten Armen so hinstellt, dass  die rechte Hand in Richtung Sonnenaufgang zeigt,  dann  zeigt die rechte Hand nach Osten, die linke nach Westen, das Gesicht nach Norden und der Ruecken nach Sueden.



Die erste Karte haben wir vom Klassenraum gezeichnet und uns damit dem Thema Maßstäbe angenähert. Jeder Schüler konnte nachvollziehen, dass der ganze Klassenraum nicht an die Tafel passt, sondern dass die Zeichnung verkleinert werden muss.


Die Karte des Klassenraums war die Vorbereitung für die Karte des Schulgeländes. Nach dem Anfertigen der Skizze ging es an das Ausmessen der einzelnen Schulgebäude und der Abstände zwischen ihnen. Die Schüler/innen waren mit Begeisterung dabei und jeder konnte zum Ergebnis beitragen.


















Nachdem jeder eine Karte des Schulgeländes in seinen Ordner gezeichnet hatte, begann die Arbeit an der großen Karte für die Präsentation. Auch hier war es mir wieder wichtig, möglichst viele Schüler/innen mit einzubeziehen. Einige haben das Vorzeichnen übernommen, andere die Beschriftungen und wieder andere das Ausmalen.


In den letzten Stunden hatten die Schüler/innen dann die Gelegenheit mir Fragen zu stellen, sie interessierte vor allen Dingen das Wetter in Deutschland und meine Familie. Außerdem haben wir noch gemeinsam ein Lied gesungen, an dem wir viel Freude hatten.




Am Präsentationstag wurde unsere Karte vom Schulgelände gemeinsam mit Fotos der fleißigen Schüler/innen und einer Projektvorstellung ausgestellt. Der Tag war ein voller Erfolg, die Sonne strahlte und viele Eltern und Dorfbewohner kamen ins Community Centre, sodass die zahlreichen Arbeiten der Schüler gebührend Beachtung fanden.
Das Praktikum war eine tolle Erfahrung mit einigen Herausforderungen, die es zu meistern galt. Es hat mir sehr viel Freude bereitet und ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte, in Ghana zu unterrichten!